Warum du deine Ausgaben kennen solltest

Du möchtest endlich deine Finanzen in den Griff bekommen und nicht jeden Monat doch wieder im Minus stehen. Und egal was du bisher auch versucht hast, so richtig ist das Ziel irgendwie nicht näher gekommen. Ich zeige dir wo du genau ansetzen kannst und wie einfach es nachher ist, nie wieder ins Minus zu kommen.

Wie du wahrscheinlich vermutest, sollte sich dein erster Blick auf deine Ausgaben richten. Selbst wenn deine erste Reaktion „ich gebe doch kaum etwas aus“ ist, wirst du schnell einige Punkte entdecken, die Einsparpotential in sich haben. Außerdem erhältst du einen Überblick, welche Ausgaben wirklich zwingend notwendig sind und welche du dir als Luxus gönnst. Auch wenn du sie bisher gar nicht als Luxus wahrnimmst.

Wie aber bekommen wir es hin, die Luxus- von den notwendigen Ausgaben zu unterscheiden? Mit ein wenig Engagement ist das gar nicht mal so kompliziert. Zunächst schnappst du dir ein Blatt Papier (oder das digitale Gegenstück), unterteilst es in zwei Bereiche und bist anschließend brutal ehrlich zu dir selbst:

  1. Bereich: Fixe Ausgaben → diese Ausgaben fallen jeden Monat in der gleichen Höhe an (z.B. die Miete, Strom, das Fitnessstudio etc.)
  2. Bereich: „Luxus“ Ausgaben —> diese Ausgaben fallen fallen zwar auch regelmäßig an, sind in ihrer Höhe aber von dir bestimmbar und variieren meist von Monat zu Monat. Mehr dazu später.

Befassen wir uns zunächst mit den fixen Ausgaben. Den Großteil aus dieser Kategorie kannst du wahrscheinlich aus dem Kopf heraus nennen – aber kennst du auch bei allen die exakte Höhe? Und eventuell entdeckt du bereits hier Ausgaben, die zwar jeden Monat anfallen, dir aber gar nicht so bewusst waren.

In dieser ersten Kategorie ist es wichtig, keine ungefähren Werte zu nehmen. Schaue ganz genau hin und notiere dir, welche Kosten in welcher Höhe jeden Monat anfallen. Unter diesem Abschnitt habe ich dir ein paar klassische Beispiele der beiden Kategorien aufgelistet. Am besten gehst du aber mal zwei bis drei Monate in deinem Online Banking zurück und schaust dir deine wiederkehrenden Ausgaben an. Mittlerweile bieten viele Anbieter eine einfache Filteroption an, bei der du dich auf die Ausgänge im Konto beschränken kannst.

Beispielhafte Aufteilung von Ausgaben

Alle anderen Ausgaben kannst du erstmal gedanklich dem Bereich „Luxus“ Ausgaben“ zuordnen.

Aber meine Lebensmittel sind doch keine Luxusausgaben!

Das ist natürlich absolut korrekt. Ohne Essen sind die anderen Ausgaben irgendwann auch egal. Warum du die Ausgaben für Lebensmittel aber trotzdem zu den Luxusausgaben schreiben sollst, lässt sich ganz einfach erklären: Du bestimmst, wie viel du für dein Essen ausgibst.

Und weil du im zweiten Bereich die Ausgaben aufnimmst, deren Höhe von Monat zu Monat variabel ist, gehst du anders als bei den fixen Ausgaben vor. Als erstes schreibst du die einzelnen Ausgaben raus und suchst dann nach thematischen Verbindungen. So kannst du anschließend einzelne Ausgaben zu einem größeren Block zusammenfassen.

Bei dieser Aufgabe kommt es nicht drauf an, die exakten Zusammenstellung zu finden oder deine Ausgaben auf den Cent genau nachzuvollziehen. Das Ziel ist, einen Überblick über dein Ausgabeverhalten zu bekommen. Schau dir auch hier wieder die letzten zwei bis drei Monate an und bestimme deine individuellen Kategorien. Innerhalb der Kategorie addierst du im Anschluss die einzelnen Beträge. Der Einfachheit halber rundest du den Betrag einfach auf. Bist du damit einmal durch, hast du deine ersten Budgets festgelegt.

Und was bringen mir das Alles jetzt?

Du kannst gleich mehrere Nutzen aus dieser Herangehensweise ziehen. Zu aller erst kennst du jetzt deine fixen monatlichen Kosten. Du weißt also, wie viel Geld du mindestens benötigst, um keine Schulden aufzubauen (ein wirklich großer Faktor!). Mit diesem Wissen kannst du dann zum Beispiel auch deiner Reserve besser annähern und genauer bestimmen, mit welcher Summe du dich wohl fühlst.

Der zweite Nutzen: Du weißt jetzt, in welcher Kategorie du wie viel Geld monatlich ausgibst. Damit hast du einen ersten Ansatz für zukünftige Ausgaben. Zusätzlich dient dir dieser Wert zunächst als Anker, für die Entscheidung, ob Einsparpotentiale vorliegen.

Zu guter Letzt kannst du nun exakt nachschauen, wie viel Geld du für eine bestimmte Sache im Monat ausgibst. Wie viel Euro gehen für das Rauchen drauf? Wie viel Euro landen monatlich im Wettbüro, wie viel bei Starbucks? Das ist zunächst total wertfrei, gibt dir aber die Möglichkeit, über dein eigenes Ausgabeverhalten nachzudenken. Dazu aber in einem anderen Artikel mehr.

Okay und was mache ich jetzt damit in den nächsten Monaten?

In kurz: du überprüfst deine eigene Recherche! Du addierst deine errechneten Budgets zu deinen fixen Kosten und prüfst, ob die Gesamtsumme unter deinen Einnahmen des jeweiligen Monats liegt. Wenn ja, erstmal super – wenn nein, schaust du nach, was im Vergleich zu den anderen Monaten dazu geführt hat. Denn dein Ziel ist, mehr finanziellen Spielraum zu erlangen, um langfristig Vermögen aufzubauen. Sprich: am Ende des Monats noch Geld übrig zu haben.

Für deine fixen Kosten hast du jetzt also schon einen bestimmten Betrag reserviert. Überraschungen dürfte es eigentlich keine geben. Der reservierte Betrage sollte in naher Zukunft erstmal deine Kosten decken können. Falls du eine Zahlung übersehen hast, oder erst im nachhinein den fixen Charakter der Zahlung erkennst- kein Problem! Schreibe die Kosten ab dem nächsten Monat einfach zu den fixen Kosten und erhöhe die Gesamtsumme um den einzelnen Betrag.

Der spannendere Teil sind deine selbstgesteckten Budgets. Bisher hast du lediglich in die Vergangenheit geschaut, um dein bisheriges Ausgabeverhalten aufzuschreiben. Als nächstes geht es darum, aus deinem Ausgabeverhalten zu lernen und es in Zukunft zu optimieren. Und das geht nur, weil du jetzt deine Ausgaben kennst und weißt, wie viel du monatlich für etwas ausgibst.

Wie du deine Ausgaben analysierst und die richtigen Learnings daraus entwickelst, zeige ich dir in einem weiteren Artikel. Möchtest du die Veröffentlichung nicht verpassen, kannst du dich für meinen Newsletter anmelden.